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Pilzinfektionen sicher diagnostizieren: Die Rolle des PCR-Tests

Mykose früh erkennen: Wann ist ein PCR-Test sinnvoll?


Juckende Hautstellen, schuppige Haut oder brüchige, verfärbte Nägel; das sind häufige Symptome einer Mykose, also einer Pilzinfektion. Pilzerkrankungen der Haut, Nägel und Haare sind weit verbreitet und in vielen Fällen hartnäckig. Um die Heilung so schnell wie möglich einzuleiten, ist eine frühzeitige und exakte Diagnose essentiell. Moderne PCR-Tests bieten hierbei einen deutlichen Vorteil.

In diesem Beitrag erkläre ich Ihnen, was eine Mykose ist, wann ein PCR-Test sinnvoll ist und wie dieser letztendlich abläuft.

Was ist eine Mykose?

Eine Mykose ist eine durch Pilze verursachte Infektion. Je nach betroffenener Stelle unterscheidet man:

  • Hautpilz (Tinea corporis), z.B. an Armen, Beinen oder Rumpf

  • Fußpilz (Tinea pedis), der sich häufig in den Zehenzwischenräumen bildet

  • Nagelpilz (Onychomykose), was zu verdickten, verfärbten und brüchigen Nägeln führt

  • Kopfpilz (Tinea capitis) betrifft die Kopfhaut und Haare

Zu den häufigsten Erregern zählen Fadenpilze (Dermatophyten), gefolgt von Hefe- und Schimmelpilzen. Übertragen werden sie vor allem in Schwimmbädern, Saunen, Fitnessstudios oder durch gemeinsam genutzte Handtücher.

Warum ist eine genaue Diagnose so wichtig?

Viele Hauterkrankungen sehen einer Mykose zum Verwechseln ähnlich, darunter Schuppenflechten, Ekzeme, Lichen planus oder das seborrhoische Ekzem. Eine Behandlung “auf Verdacht” mit Antimykotika, einem gängigen Medikament zur Behandlung von Pilzinfektionen, ist deshalb keine gute Idee: Sie verzögert nicht nur die richtige Terapie, sondern kann die Diagnose noch zusätzlich erschweren.

Erst wenn der genaue Erreger bekannt ist, kann eine gezielte, wirksame Behandlung eingeleitet werden. Das spart Zeit, Geld und Nerven.

Die herkömmlichen Methoden zur Pilzdiagnose sind zwar bewährt, haben jedoch zwei erhebliche Schwachstellen: Die Untersuchung von Hautschuppen und Nagelmaterial unter dem Mikroskop ist sehr störanfällig, während die auf einem Nährboden angezüchteten Pilzkulturen bis zu sechs Wochen in Anspruch nehmen können. Deswegen wurde der PCR-Test entwickelt.

Der PCR-Test

Der PCR-Test (Polymerase-Kettenreaktion) ist ein modernes molekulardiagnostisches Verfahren, das die DNA des Pilzes direkt im Probenmaterial nachweist. Ein bekanntes System ist der Multiplex-PCR, der mit nur einem Test die häufigsten Erreger gleichzeitig identifizieren kann.

Er liefert folgende Vorteile:

  • Schnelles Ergebnis: meist innerhalb von 24 bis 72 Stunden statt mehreren Wochen 

  • Sehr hohe Sensitivität, sodass selbst kleinste DNA-Spuren zuverlässig erkannt werden

  • Hohe Spezifität, d.h. der genaue Erreger wird benannt; nicht nur ob ein Pilz vorliegt oder nicht 

  • Funktioniert auch bei bereits anbehandelten Infektionen, im Gegensatz zur Pilzkultur 

  • Hinweise auf die Infektionsquelle möglich (z. B. Tier oder Mensch als Überträger)

Wann ist ein PCR-Test besonders sinnvoll?

Ein PCR-Test ist nicht in jedem Fall nötig, aber in vielen Situationen die deutlich bessere Wahl. Besonders empfohlen wird er bei:

  • Verdacht auf Nagelpilz, bevor eine monatelange Therapie gestartet wird

  • Unklaren oder atypischen Hautveränderungen, die einer Pilzinfektion ähneln

  • Bereits begonnener Selbstbehandlung mit Cremes oder Lacken

  • Therapieresistenten Pilzinfektionen, die auf bisherige Mittel nicht ansprechen

  • Wiederkehrenden Infektionen, um den Erreger gezielt zu bekämpfen

  • Patienten mit geschwächtem Immunsystem, bei denen eine schnelle Diagnose besonders wichtig ist

Ablauf eines PCR-Tests

Der Test ist unkompliziert und schmerzfrei:

  1. Probenentnahme: In der Praxis werden, je nach Beschwerdebild, Hautschuppen, Nagelproben oder Haare entnommen. Die Entnahme dauert nur wenige Minuten.

  2. Versand ins Labor: Die Probe wird in ein spezialisiertes Labor geschickt, das die PCR-Analyse durchführt.

  3. Auswertung: Im Labor wird die DNA des Pilzes vervielfältigt und mit bekannten Erreger-Mustern abgeglichen. Das Ergebnis liegt innerhalb weniger Tage vor.

  4. Befundbesprechung und Therapie: Sobald der Erreger bekannt ist, kann eine gezielte und individuell abgestimmte Therapie mit Creme, Lack, Tablette oder einer Kombination daraus beginnen.

Kosten und Kassenleistung

Der PCR-Test zur Pilzdiagnostik ist in vielen Fällen eine Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL), was bedeutet, dass dieser nicht immer von den gesetzlichen Krankenkasse übernommen wird. Die Kosten für den reinen Labortest liegen üblicherweise zwischen 80 und 120€, während die ärztliche Leistung zwischen 100 und 200€ beträgt. Bei medizinischer Notwendigkeit übernehmen einige Kassen die Untersuchung teilweise oder sogar ganz. Fragen Sie am besten direkt bei Ihrer Krankenkasse nach.

Fazit

Pilzinfektionen sind unangenehm, aber gut behandelbar, wenn der Erreger frühzeitig und genau identifiziert wird. Der PCR-Test macht hier den Unterschied: Anstatt wochenlang auf eine Pilzkultur zu warten, liegt das Ergebnis schon nach wenigen Tagen vor. Somit kann Ihre Therapie zielführend beginnen, Ausbreitungen werden verhindert und der Leidensweg wird verkürzt.

Wenn Sie den Verdacht auf eine Mykose haben oder seit Längerem unter Haut- oder Nagelveränderungen leiden, lohnt sich der Gang zum Hautarzt. Gemeinsam können Sie dann entscheiden, ob ein PCR-Test notwendig ist oder nicht.


Quellen

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Hautarzt Hinrichs Köln. (o. D.). PCR-Diagnostik Köln: Schneller Nagelpilz-Test. Abgerufen am 28. Mai 2026 von https://www.hautarzt-hinrichs-koeln.de/pcr-diagnostik/

Hautarztpraxis Kassel – Dr. Baum. (o. D.). Moderne PCR-Diagnostik zum Nachweis von Pilzinfektionen an Haut, Nägeln und Haaren. Abgerufen am 28. Mai 2026 von https://hautarztpraxis-kassel.de/moderne-pcr-diagnostik-zum-nachweis-von-pilzinfektionen-an-haut-naegeln-und-haaren/

Hautarztpraxis Münster. (o. D.). Nagelpilz erkennen mit modernstem Pilz-PCR-Test. Abgerufen am 28. Mai 2026 von https://www.hautarztpraxis-muenster.de/de/allgemeine-dermatologie/hautpilz-nagelpilz-fusspilz/nagelpilz-erkennen

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Wiegand, C., Mugisha, P., Mulyowa, G. K., Elsner, P., Hipler, U.-C., Gräser, Y., Uhrlaß, S., & Nenoff, P. (2016). Sind die klassischen Methoden zur mykologischen Diagnostik noch „State-of-the-Art"? Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft, 14(5), 490–494. https://doi.org/10.1111/ddg.12980_g